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Vanlife - Ein Leben auf Achse

Pauschalreisen sind dir fremd? Du bist spontan, abenteuerlustig und du liebst es ständig auf Achse zu sein, um neue Orte zu erkunden? Dann scheint die Welt der Vans wie für dich gemacht! Seit Jahren wird ein Trend hin zum mobilen Camping erkennbar. Ob mit dem Wohnwagen, dem umgebauten Van oder dem Kastenwagen samt Busvorzelt. Die Auslegung kann unterschiedlich sein, jedoch vereint ein Aspekt alle Varianten miteinander - Freiheit! Roadtrips mit dem eigenen Hotel auf Rädern verschaffen ein einzigartiges Lebensgefühl, welches geprägt ist von Spontanität und Unabhängigkeit.

 

Um euch einen Blick hinter die Kulissen zu verschaffen, haben wir einige Fragen an Julia gestellt. Julia hat sich bereits früh dazu entschieden ihren Lebensmittelpunkt in einen umgebauten Van zu verlegen. Wie sie dazu kam, welche Herausforderungen ein solcher Schritt mit sich bringt oder was für Tipps sie aus ihrer Erfahrung weitergeben kann - im ausführlichen Interview erfahrt ihr mehr:




Hi Julia! Schön, dass du uns einen Einblick hinter die Kulissen eines Lebens im Van gewährst. Du lebst nun ja schon eine ganze Weile deinen Traum auf Achse. Was hat dich ursprünglich zu einem Leben im Van inspiriert?

 

Hi, ja das ist richtig, tatsächlich hat Vanlife für mich bereits 2017 mit einer mehrmonatigen Neuseelandreise begonnen. Seitdem habe ich gemeinsam mit meinem Partner Nando bereits in vielen unterschiedlichen Camper gelebt, bevor wir uns dazu entscheiden haben im Mai 2018 unseren eigenen Van auszubauen. Bei unseren Auslandsreisen sind wir immer wieder mit der Frage konfrontiert worden, wie es in Deutschland und Europa denn so ist. Wir konnten dann oft gar nichts zu bestimmten Orten sagen, obwohl sie praktisch vor unserer Haustür liegen. Wir haben dann gemerkt, dass wir unsere Heimat und Europa besser kennenlernen und bereisen möchten. Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits über ein Jahr im Van gelebt haben, war es quasi ganz natürlich, dass wir so auch durch Deutschland und Europa reisen wollten.

 

Seit wann lebst du denn genau in deinem Van und wie bringst du das mit deiner Arbeit unter einen Hut? Arbeitest du stets von unterwegs?

 

Eingezogen sind wir in unseren eigenen ausgebauten Mercedes Sprinter im Oktober 2018, nachdem der Ausbau beendet war. Insgesamt haben wir mittlerweile aber ca. 3,5 Jahre Vollzeit im Van gelebt. In der Zeit haben wir beide fast ausschließlich von unterwegs gearbeitet. Es gab aber auch ein paar Jobs, für die ich immer mal wieder auch für eine oder zwei Wochen an unterschiedlichen Orten geblieben bin und die wir dann mit dem Van bereist haben. Mit meinen Job im Bereich Marketing, Fotografie und meinem Reiseblog ist die Arbeit nichts ortsgebunden und ich kann ihr von überall aus nachgehen, solange hin und wieder Internet verfügbar ist. Das habe ich im Vorfeld natürlich mit meinen Kunden abgesprochen und es war nie ein Problem, teilweise haben sich dadurch noch mehr Möglichkeiten ergeben.

 

Du hast dich sicher bereits in jungen Jahren für Roadtrips und Reisen interessiert und auch informiert. Hast du dir den Van denn bereits umgebaut gekauft oder hast du den Umbau selbst gemeistert?

 


Natürlich war die Reiselust immer Teil meines Lebens, nicht unbedingt aber im Camper, mit meinen Eltern z.B. war ich als Kind nie wirklich Campen. Das hat sich irgendwie so ergeben als ich älter war und es hat auch direkt gepasst, das ist sicherlich nicht bei jedem so. Den Sprinter wollten wir komplett selbst gestalten und nach unseren Bedürfnissen umbauen. Daher war es gar keine Frage, dass wir den Ausbau auch selbst machen. Nando ist handwerklich begabt und wir hatten das Glück, dass sein Bruder Elektriker ist. Er hat die komplette Elektrik bei uns übernommen.

 

Was waren die größten Herausforderungen beim Umbau und wer hat dir dabei geholfen?

 

Man muss für einen Ausbau extrem viel und gut planen und sich sehr viel Know How aneignen. Beim ersten Ausbau haben wir häufig auf Teile gewartet, ohne die der Ausbau nicht weitergehen konnte oder es fehlte spezielles Werkzeug. Den größten Teil hat mein Partner Nando übernommen, ich habe in der Zeit viel gearbeitet, um unser Budget fürs Reisen aufzustocken. Ich habe abends oder am Wochenende eher leichte Arbeiten, wie schleifen, streichen oder ölen übernommen und ich war natürlich oft im Baumarkt, das kennt sicherlich jeder Selbstausbauer. So ein Ausbau ist ein Vollzeit Job, den wir uns auf diese Weise ganz gut teilen konnten. Bei der Elektrik wollten wir aber nichts dem Zufall überlassen und haben uns daher auf Nandos Bruder, einen Profi, verlassen.

 

Kommen wir zur Ausstattung deiner Wohnung auf vier Rädern. Mit welchen Must-Have’s sollte jeder Van ausgestattet sein und was bereitet dir in deinem Van die meiste Freude aber auch die größten Sorgen?

 

Die Ausstattung im Van ist immer Geschmackssache und kommt total auf die Bedürfnisse der jeweiligen Reisenden an. Als Vollzeit Vanlifer haben wir ganz andere Ansprüche an den Van als jemand der damit ein paar Wochen im Jahr Urlaub macht. So hat z.B. die Stehhöhe und damit die Wahl des Basisfahrzeugs eine große Rolle gespielt. Bei der Innenausstattung war uns ein gemütliches Bett und ein stabiler, großer Arbeitstisch wichtig. Zudem wollten wir durch Skandinavien reisen, daher war eine Standheizung ein Must-Have. Da ich gerne Koche und Backe waren eine größere Küche und ein 2-Flammen beim Gasherd ein Muss. Die Küche ist für mich das Herzstück im Van. Die Arbeitsfläche in der Küche ist sehr viel größer als bei einem Standard Ausbau und die große Spüle haben wir extra auf die gegenüberliegende Seite verlegt. Für unsere Laptops haben wir einen 230 V Wechselrichter, außerdem zwei Lithium-Ionen-Akkus und drei Solarpanels auf dem Dach. Unseren gesamten Strom erzeugen wir selbst, durch Sonnenenergie oder während der Fahrt. Einen Stecker für den Campingplatz haben wir gar nicht erst verbaut. Sorgen bereitet mir bei dem Ausbau nichts, wir haben aus über einem Jahr Erfahrung in verschiedenen Fahrzeugen geschöpft und uns bei sicherheitstechnischen Aspekten immer auf professionelle Hilfe verlassen.

Roadtrip in den hohen Norden. Ihr Campervan hat Julia bis an die Küsten der Norwegischen Fjorde begleitet, wo sie bei einer Tasse Kaffe das Panorama genießen konnte.




Gewähre uns doch mal einen Einblick hinter die Kulissen. Wie sehen dein Alltag und deine Freizeit im Van aus?

 

Das ist tatsächlich sehr unterschiedlich, manchmal kann ein Tag vollgepackt mit Arbeit sein und wir sitzen viel am Laptop und manchmal können wir uns ein paar Tage freischaufeln, die wir mit Wandern und draußen in der Natur verbringen. Bis auf das Fahren von Ort zu Ort und die Nähe zur Natur und den Naturgewalten ist der Alltag im Van gar nicht so anders, als in einer Wohnung. Alle paar Tage müssen wir uns aber z.B. um frisches Wasser und die Entsorgung von Abwasser kümmern, aber das spielt sich schnell ein. Natürlich kann man auch nicht so häufig Familie und Freunde sehen, es klingt hart, aber irgendwann gewöhnt man sich an längere Abschiede.

 

Wie finanzierst du denn dein Leben im Van?

 

Diese Frage wird mir am häufigsten gestellt und die einfache Antwort ist: Arbeiten, so wie bei einem vermeintlich normalen Lebensentwurf auch. Wir oben bereits beschrieben, haben wir das Glück, dass wir unsere Arbeit von überall aus ausführen können. Ich habe mich früh mit dem Thema Selbstständigkeit befasst und das war immer ein Ziel für mich. Gut, dass diese Art zu Arbeiten perfekt zum Vanlife passt.

 

Du bist demnach bestimmt viel in der Natur unterwegs. Wie wichtig ist eine gute Ausrüstung für dich und auf welche Wanderausrüstung würdest du nie verzichten wollen?

 

Funktionale Kleidung im Van und in der Natur sind absolut entscheidend. Wir wandern gerne und machen dabei Fotos, haben also immer ein bisschen mehr auf dem Rücken. Da ist es wichtig atmungsaktive und geruchshemmende Kleidung zu haben, die das mitmacht. Ich setze viel auf Naturfasern und Merinowolle, die genau diese Eigenschaften haben. Im Van haben wir eben auch keine Waschmaschine, was das Thema noch mal mehr in den Vordergrund rückt. Bei Wanderschuhen und Rucksäcken, sollte man lieber einmal etwas mehr ausgeben, denn auf diese Ausrüstung muss man sich wirklich verlassen können. Auf meine Regen- und Daunenjacke würde ich außerdem nie verzichten wollen, die beiden Teile haben mir schon das ein oder andere Mal den Tag gerettet.

 

Was waren deine schönsten Erlebnisse während der Zeit und inwiefern haben sich deine Sichtweisen oder Einstellungen bestätigt oder verändert?

 

Wir hatten viele schöne Erlebnisse, es ist schwer sich da für eins zu entscheiden. Was sich wirklich ins Gedächtnis gebrannt hat, war das erste Mal Polarlichter zu sehen, da haben wir uns so richtig in Skandinavien verliebt. Ich habe in den ganzen Jahren meine Einstellung zu Besitz extrem verändert. Wir haben beide alles aus unseren Wohnungen verkauft und diese komplett aufgegeben. Manchmal habe ich immer noch das Gefühl zu viel zu besitzen. Es hört sich kitschig an, aber weniger ist wirklich mehr, gerade beim Vanlife.



Wie hat die Pandemie dein Leben im Van beeinflusst? Mit welchen Einschränkungen hattest du zu kämpfen?

 

Als Covid-19 Europa erreichte, waren wir gerade noch in Südschweden und langsam auf dem Weg zu einem Job, der noch ein paar Wochen in der Zukunft lag. In Absprache mit unseren Familien sind wir Anfang 2020 nach Deutschland zurückgekehrt und haben uns entschieden unsere Reise abzubrechen. Der Job ist dann auch ins Wasser gefallen, so wie viele andere Aufträge auch. Natürlich denkt man dann auch darüber nach wie es weitergehen soll und ob das Reisen in der Form noch vertretbar und für und machbar ist. In mehreren Gesprächen ist dann zusammen mit Nandos zwei Brüdern die Idee entstanden ein Camper Ausbau und Service Unternehmen zu gründen. Die Gründung bindet uns nun vorerst an einen Ort, aber es ist auch die Möglichkeit unser Know-How und das von den beiden Mitgründern zu vereinen und weiterzugeben und eine Basis zu schaffen. Unser Van bleibt uns natürlich erhalten und wird auch in Zukunft für die ein oder anderen Reise genutzt werden. Die Pandemie war letztlich einer der Auslöser dafür Captain Camper genau jetzt zu gründen und durch das Unternehmen neue Hoffnung zu schöpfen.

 

Würdest du dich rückblickend nochmal für dein Leben im Van entscheiden?

 

Ja, immer wieder. Der erste Schritt dahin war sicherlich hart, doch mit jedem Tag wurde es leichter das alte Leben aufzugeben. Heute bin ich einfach dankbar, dass wir den Schritt gewagt haben und so gut von unseren Familien unterstützt wurden. Die Erlebnisse auf den Reisen kann uns keiner mehr nehmen und es war die beste Entscheidung alles genauso zu machen, wie wir es gemacht haben.

 

Vielen Dank für deine ausführlichen Antworten und dem großartigen Einblick in das Leben im Van. Hast du noch etwas, dass du gerne loswerden würdest oder angehenden Van-Liebhabern unbedingt mit auf den Weg geben möchtest?

 

Danke für das nette Interview! Ich kann allen nur dazu raten, den Schritt zu gehen, auch wenn es vielleicht nur für ein paar Wochen oder Monate ist. So eine Reise bringt dich noch mal näher zu dir selbst und du lernst deine Umwelt viel besser kennen und schätzen. Wenn ihr noch unsicher seid, holt euch unbedingt professionelle Hilfe und geht das Projekt gemeinsam an. Es kann auch nicht schaden, sich erst mal einen Van zu mieten, um herauszufinden, ob dir Vanlife überhaupt liegt.



Wir hoffen das Interview hat euch nicht nur gefallen, sondern viel mehr inspiriert, abenteuerlustig zu bleiben und euer Glück selbst in die Hand zu nehmen. Wenn ihr mehr über Julia's Leben im Van erfahren möchtet, findet ihr hier die weiterführende Links zu ihrem Blog und zum Instagram Profil.

 

Sofern ihr euch überlegt, einen Van umbauen zu lassen, schaut doch auch mal bei ihrem angesprochenen, neu gegründeten Unternehmen Captain-Camper vorbei.



Ausstattungstipps aus unserem Sortiment

Nachdem euch Julia wertvolle Einblicke gewährt hat, wollen wir euch auch ein paar Ausrüstungsideen mitgeben. Das Schöne an Outdoorbekleidung und -equipment ist der, in der Regel, gelebte Minimalismus. Gewicht und Packmaß spielen häufig eine übergeordnete Rolle, gerade wenn man auf langen Touren mit wenig Möglichkeiten möglichst viel Gepäck mitnehmen möchte. Wie ihr aus dem Interview mit Julia herauslesen konntet, sieht das Ganze auch in einem Van oder Wohnwagen ähnlich aus. Auf wenigen Quadratmetern sollte idealerweise ein allumfassender, funktionierender und auch praktischer Haushalt hineinpassen. Je nachdem wie lange man unterwegs ist, kann dir die richtige Wahl an Bekleidung eine Menge Stauraum ersparen. Wie wir euch in unseren Kaufberatungen bereits erklärt haben, gibt es oft vielseitige Funktionsbekleidung mit der man sowohl den Alltag als auch eine Wanderung oder einen Städtetrip, meistern kann.



Natürlich sollte unterwegs auch für das leibliche Wohl gesorgt sein. Mit Campingkochern bist du flexibel und kannst jederzeit dein Essen zubereiten. Wann und wo auch immer du willst. Mit den entsprechenden Kochtöpfen oder sonstigem Küchenequipment, kannst du deine eigene kleine Küche auf Rädern zusammenbauen. Ein paar wesentliche Dinge, wie beispielweise einen Zweiflammen-Kocher oder Kochgeschirr haben wir dir untenstehend bereits herausgesucht. Für weitere Produkte rund um die Outdoorküche oder einem Blogeintrag rund um das Thema Campingkocher, schau doch einfach bei uns im Shop vorbei. Um es dir auch vor deinem Wohnwagen oder Van so richtig gemütlich zu machen, solltest du obendrein stets auch eine Garnitur für draußen parat haben. Eine bequeme Liege findest du unten, ansonsten lohnt sich der Blick in unseren Onlineshop.




Wir hoffen euer Wissensdurst zum Thema Vans und deren Ausstattung konnte mit diesem Beitrag gestillt werden. Hat dir das Interview gefallen und hättest du gerne mehr in diesem Format? Schreib es uns doch gerne unten in das Feedback-Formular.