Bestell-Hotline: 
+49 (0)6181 701 401 9


Mo-Fr 8:00-18:30 Uhr
Sa 9:00-13:00 Uhr

 

E-Mail: service@mctrek.de

 

Fax.: +49 (0)6181 95263119

McTREK - eine Marke der YEAH! AG
Keltenstr. 20b
63486 Bruchköbel

 

 

Die Wassersäule – ab wann ist eine Jacke wasserdicht?

Auf welcher Grundlage werden manche Produkte als wasserdicht und andere als wasserabweisend bezeichnet? Aufschluss gibt die sogenannte Wassersäule, die die Wasserbeständigkeit eines Stoffes angibt. Aber was bedeutet dieser Wert in der Praxis? Und welche Rolle spielt die Wassersäule beim Kauf neuer Outdoor-Ausrüstung fürs Wandern, Radfahren oder Skifahren?

Die Wassersäule gibt an, welchem Wasserdruck das jeweilige Obermaterial standhalten kann. Je höher der Wert in mm, desto wasserdichter ist das Material. Nach EU-Richtlinien gilt ein Stoff bereits ab einer Wassersäule von 800 mm als wasserdicht. Dieser Wert ist jedoch als absolutes Minimum zu betrachten, der sich in der Praxis schnell als trügerisch erweist. Die Schweizer Richtlinien, wonach die Wassersäule mindestens 4.000 mm betragen muss, um einen Stoff als wasserdicht einzustufen, scheinen da deutlich realistischer. 

Wie wird die Wassersäule gemessen?

Der Wert der Wassersäule wird im Labor festgestellt: Auf ein Stück Stoff wird ein Zylinder gestellt, der langsam mit Wasser gefüllt wird. Gemessen wird die Zeit, nach welcher der dritte Tropfen durch das Material durchdringt. Diese Zeit wird dann in Druck umgerechnet, der wiederum in Millimeter angegeben wird. 

 

Vereinfacht: 1.000 mm Wassersäule bedeuten, dass ein Stoff dicht hält, wenn eine 1 Meter hohe Wassersäule auf ihm lastet. 

Zu beachten ist, dass die tatsächliche Wasserdichtigkeit maßgeblich vom zusätzlichen Druck abhängt, der auf einen Stoff ausgeübt wird. So kann eine Hose während des Gehens wasserdicht sein, beim Sitzen oder beim Knien auf den Boden durch den erhöhten Druck jedoch durchweichen. Auch der äußere Druck eines Rucksacks auf die Schultern erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Wasser in diese Stellen eindringt.

 

Ab 10.000 mm Wassersäule gelten Textile als „sehr wasserdicht“. Sie werden feststellen, dass fast alle wasserdichten Kleidungsstücke diesen Wert erreichen oder sogar noch übertreffen. Die leistungsstärksten Jacken mit atmungsaktiven Membranen wie Gore-Tex und eVent erreichen Wassersäulen von bis zu 30.000 mm.

Vertrauen Sie nicht blind auf die Wassersäule

Die Wassersäule sagt nur etwas über die Wasserbeständigkeit des verwendeten Textils aus und nicht über ein Produkt als Ganzes. Auch Reißverschlüsse, Nähte und der Gebrauchszustand spielen eine maßgebliche Rolle.

 

Im Hinblick auf Reißverschlüsse und Nähte lohnt der Blick in die Innenseite. Im Idealfall erkennt man entlang der Nähte angeklebte Tapes, welche das Eindringen der Feuchtigkeit verhindern. Bei Reißverschlüssen selbiges auf der Außenseite.

 

Der Gebrauchszustand eines Kleidungsstücks kann die Wasserdichtigkeit ebenfalls beeinflussen. Getestet wird die Wassersäule grundsätzlich an einer neuen Jacke, was bedeutet, dass sämtliche Imprägnierungen frisch aufgetragen wurden. Um die Wassersäule seiner beschichteten Jacke zu erhalten, ist es unabdingbar, die Jacke regelmäßig zu imprägnieren, da auch sogenannte DWR (Durable Water Repellency)-Imprägnierungen mit der Zeit nachlassen.

Welche Wassersäule bei welcher Aktivität?

Grundsätzlich gilt, dass gute Outdoorbekleidung mindestens eine Wassersäule von 10.000 mm vorweisen sollte. Dieser Wert berücksichtigt bereits widrige Wetterverhältnisse und gewährleistet somit ein trockenes Innenleben bei Regen und Schnee. Bei gehobeneren Ansprüchen, wie zum Beispiel dem Tragen eines schweren Rucksacks bei Dauerregen, sollte man zu Jacken mit einer Wassersäule von mindestens 20.000 mm greifen.

 

Softshelljacken und -hosen sind von Haus aus wasserabweisend und besitzen in der Regel eine Wassersäule um die 4.000 mm. Hier wird aber bewusst von Wasserabweisung gesprochen, da das Material nicht äußerlich imprägniert wurde und auch keine Membran vernäht ist. Jedoch sorgt das spezielle Material dafür, dass Wasser dennoch nicht einfach durchdringt. Gerade bei kurzen Regenschauern reicht eine Softshelljacke oftmals aus.

Wasserdicht und atmungsaktiv – geht das?

Ohne hier tief ins Detail zu gehen, lässt sich sagen: Je wasserdichter ein bestimmtes Material, desto geringer ist seine Atmungsaktivität bzw. die Dampfdurchlässigkeit. In einer Jacke, die nicht richtig atmet, wird der Schweiß nicht schnell genug nach außen abtransportiert. Dadurch entsteht Kondenswasser, das unter Ihrer Jacke ein feuchtes Gefühl erzeugt.

 

Bei starker körperlicher Anstrengung, bei der Sie schnell und viel schwitzen, ist es besser, sich nicht für eine extrem wasserdichte Jacke zu entscheiden, sondern auf gute Atmungsaktivität zu achten. Bei schweißtreibenden Aktivitäten wie Klettern, Trailrunning oder Skitouren ist die Softshelljacke oft die beste Wahl.

grangers-wassen-waterdichte-kleding-waterafstotend-ademend

Membran versus Beschichtung

Regenjacken lassen sich grob in zwei Kategorien mit jeweils eigener wasserdichter Technologie einteilen:

 

  • Jacken mit einer Membran (z.B. Gore-Tex®) sind mit einer wasserdichten und atmungsaktiven Membran ausgestattet, oft mit kleinen Poren, entlang derer der Schweiß leicht abtransportiert werden kann.
  • Beschichtete Jacken (z.B. Texapore von Jack Wolfskin oder DryVent von The North Face) sind ebenfalls atmungsaktiv, wasserdicht und winddicht, aber die Beschichtung nutzt sich im Laufe der Zeit ab und muss erneuert werden.

 

Für Trekking-Touren mit schwerem Rucksack würden wir eher zur Membran greifen, für den Regenschutz beim Waldspaziergang reicht eine beschichtete Jacke.