Geboren, um zu wandern | Der Weg zum Wanderführer

Wer seine Leidenschaft zum Wandern mit anderen Menschen teilen und sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann in Erwägung ziehen, die Ausbildung zum Wanderführer zu machen.  Jeppe R. aus unserer McTREK Filiale Halle hat diesen Schritt gewagt und ist seit ein paar Monaten geprüfter Wanderführer. Wie er zu diesem Zertifikat gekommen ist und welche Inhalte die Ausbildung enthält und was er selbst im Interview über die Ausbildung berichtet, erfahrt Ihr hier…

Wandern ist eine absolute Trendaktivität, die immer mehr Menschen begeistert. Insbesondere Wanderungen, die von einem ortkundigen Guide geleitet werden, erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Aus diesem Grund und noch vielen weiten, hat sich Jeppe R., Filialleiter von McTREK Halle dazu entschlossen, die Ausbildung zum Wanderführer zu starten: „Ich bin schon seit jeher derjenige in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, der die anderen ausstattet und kommende Aktivitäten plant. Dazu quatsche ich gerne, bin ganz viel draußen und hab immer schon die nächste Tour im Hinterkopf. Ich dachte mir, dass diese Eigenschaften ganz gut zu einem Wanderführer passen. Dazu kommt, dass es mich einfach interessiert hat, welches Wissen dabei wie vermittelt wird. Es war nicht das erste Ziel, Wandergruppen zu führen, sondern das Interesse am Thema.“


Zu den Eigenschaften und Kenntnissen, die ein Wanderführer mitbringen muss, zählen Tourenplanung, Kartenlesen und Orientierungsvermögen. Es gehört aber auch zu den Aufgaben, den Mitwanderern die Augen für die Schönheiten der Natur und für die Kulturschätze der Region zu öffnen. Geschichtliche Hintergrundinformationen und das Wissen über die kulturelle Entwicklung einer Region sind besonders für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessant, denn so wird die durchwanderte Landschaft erlebbar.

Als Filialleiter eines Outdoorfachhandels bringt Jeppe natürlich jede Menge Vorwissen im Bereich Wandern mit, welches sich für die Ausbildung als sehr hilfreich erwies: „Dieses Wissen finde ich ganz wichtig! Du legst fest, wo deine Touren lang gehen. Du bist der, der sagt, welches Material gebraucht wird. Und du bist natürlich auch der erste Ansprechpartner für die Wanderfreunde in allen Fragen rund um das Thema Wandern. Das Thema Ausrüstung wird da natürlich immer ganz groß geschrieben! Ganz interessant finde ich jedoch auch die Gegenfrage. Wie hilfreich ist mir das Wissen eines Wanderführers im Umgang mit meinen Kunden? Sehr! Du kannst wesentlich sicherer beraten. Das Wissen ist noch fundierter geworden. Eigene Erfahrungen des Verkäufers sind vielen Kunden sehr wichtig und wenn diese Erfahrungen weit über die angebotenen Artikel hinausgehen, dann fühlen sich die Kunden sicherer und sind dankbar für einige Tipps und Sichtweisen, die vorher nicht bedacht wurden.“

Anbieter einer Wanderführerausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer sind beispielsweise der Deutsche Wanderverband, der Verband Deutscher Berg- und Skiführer e.V. und der Bayrische Wanderverband. Jeppe R. hat die zehntägige Ausbildung im Frühling 2017 beim Thüringer Gebirgs- und Wanderverein e.V. absolviert.

Das Ziel dieser Ausbildung ist ganz klar definiert: Menschen für das Wandern zu begeistern und sie mit den landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten des Landes vertraut zu machen. Während der Ausbildung beleuchten Referenten – bestehend aus Mitgliedern und Vorsitzenden verschiedener Wanderverbände – themenspezifische Inhalte (Ausrüstung, Ernährung, Kondition), naturkundliche Grundlagen der Region (Geologie, Naturschutz, Flora, Fauna), Entwicklungen der jeweiligen Kulturlandschaft (Geschichte, Baustile), Kommunikation und Führungsdidaktik sowie auch Grundkenntnisse in den Bereichen Recht und Marketing. „Es gab viele Dinge, die Spaß gemacht haben. Einige waren auch etwas zäh an den langen Tagen. Am meisten Spaß hatte ich allerdings an der Arbeit mit den Wanderkarten und den Gehzeitberechnungen“, meint Jeppe.

Am Ende einer jeden Wanderführerausbildung stellen die Teilnehmer das erlernte Wissen unter Beweis, sowohl schriftlich als auch praktisch. Die hart erarbeitete Wanderführer-Lizenz in der Tasche, kann es dann endlich raus gehen, in die Natur! „Ein paar Touren im Harz, in der Sächsischen Schweiz und eine Hüttentour in den Alpen liegen seit der Prüfung hinter mir. Geführt würde ich die Touren nun nicht nennen, da alles privat war, aber geplant habe ich dabei schon so einiges. Kommende Woche geht es weiter nach Schweden für 10 Tage auf den Bohusleden. Ich würde eines Tages auch gern einmal einen Fernwanderweg gehen, bei dem man weit mehr als ein bis zwei Wochen unterwegs ist. Der Te Araroa mit seinen über 3000 km in Neuseeland wäre da z.B. ein hoch gestecktes Ziel. Dazu bräuchte es aber einiges an Vorbereitungs- und Reisezeit. Man sieht, ich finde Anwendung für das Gelernte.“

Ihr möchtet euch noch intensiver mit dem Thema „Wanderführerausbildung“ beschäftigen? Dann werft doch einmal einen Blick auf die Webseite des Deutschen Wanderverbandes. Dort findet Ihr viele nützliche Informationen rund um die Wanderführerausbildung in ganz Deutschland.