AlpinVisionen 2018.2019 | Vortragsreihe für Bergsteiger, Wanderer & Naturfreunde

Einfach Rucksack packen und auf zu neuen Horizonten! Das ist das Motto der Vortragsreihe AlpinVisionen 2018.2019. Nach einer erfolgreichen Saison 2018/2019 laden Heike und Nikolai des Kölner Alpenvereins auch in diesem Halbjahr wieder zu abwechslungsreichen und spannenden Vorträgen in die Domstadt Köln ein. Ob Wanderer, Bergsteiger oder Foto- und Naturfreunde – der Kölner Alpenverein freut sich, zahlreichen Interessenten eine Quelle der Inspiration bieten zu können und die Faszination der Berglandschaften dieser Erde näher zu bringen.

Ab September 2018 bis April 2019 bietet der Kölner Alpenverein fast monatlich Touren auf der Leinwand mit Hintergrundinformationen und spannenden Erlebnisberichten aus erster Hand an. Hierbei möchte die Sektion Köln des Deutschen Alpenvereins nicht nur Ideen und Inspiration für neue Abenteuer anbieten, sondern gleichzeitig auch Antworten auf Fragen zu finden, die uns manchmal beim Wandern oder Bergsteigen in den Sinn kommen. Zum Beispiel: Warum haben Täler oft eine U-Form? Oder: Wie bilden sich voneinander unterscheidbare Gesteinsschichten aus? Beim Fachvortrag der Rubrik „Neue Horizonte“, wenn es um die Entstehung der Alpen geht, freuen wir uns auf viele neue Erkenntnisse.

Auch der diesjährigen Vortragsreihe laden die Referenten zu ganz unterschiedlichen, aber immer spannenden Touren ein. Beim Wandern in den Alpen erfahren die Besucher viel über geschichtliche Hintergründe und haben die Möglichkeit, neue Anregungen für die eigenen Touren aufzuschnappen. Beim Eisklettern in Nord-Norwegen kann man nur über Mut und Antriebskraft des Protagonisten staunen, aber auch über die wilde Schönheit der Fjordlandschaft in den Lyngenalpen. Zahlreiche Gänsehautmomente sind vorprogrammeirt, wenn wir mit ansehen, wie völlig unzugängliches Terrain – die glattesten unter den steilsten Feldwänden und die höchsten Gipfel der Welt – virtuos erobert wird.

Alle Vorträge im Überblick

  • 21.09.18 – Peter Schlickenrieder "Auf dem Friedensweg”
  • 16.11.18 – Albert Leichtfried "Artic Ice”
  • 07.12.18 – Thomas Huber "STEIN ZEIT“
  • 11.01.19 – Heinz Zak "Abenteuer in der Senkrechten“
  • 15.02.19 – Bettina Haas und Nicolas Sinanis "Dachstein“
  • 15.03.19 – Alix von Melle und Luis Stitzinger "7 x 8.000“
  • 12.04.2019 - Ludger Feldmann "Die Entstehung der Alpen"

Auf dem Friedensweg | Peter Schlickenrieder | 21.09.2018

Vom Adamello zur Marmolada – beim ersten Alpin.Visionen-Vortrag berichtet Abenteurer über seine Erlebnisse auf dem Friedensweg. Der Weitwanderweg (Sentiero della Pace) führt entlang der ehemaligen Alpenkriegsfront des Ersten Weltkriegs, dessen Ende sich 2018 zum einhundersten Mal jährt. er ist gesamt ca. 1.400 km lang und führt über 500 km durch die eindrucksvollen Gletscher- und Gebirgslandschaften der italienischen Region Trentino und ist durchgehend vom Passo Tonale bis zur Marmolada in Fassatal mit dem Symbol der Weißen Taube beschildert.

Neben persönlichen Gesprächen mit Einheimischen und Nachkommen besuchte Schlickenrieder zahlreiche historische Stätten, zu Fuß und mit dem Mountainbike. In seinem Vortrag lässt er die Besucher an der Faszination des Mehretapenwanderns teilhaben. Das Publikum erhält einen Vorgeschmack auf die eindrucksvolle und so unglaublich vielseitige Kulisse: große Gletscherwelten des Adamello, das mediterrane Klima des Gardasees und die zahlreichen Weitblicke auf die Dolomiten, die zum UNESCO Weltnaturerbe zählen. Klingt vielversprechend? Ist es!

Peter Schlickenrieder zählt zu den erfolgreichsten Skilangläufern Deutschlands. Seit dem Ende seiner Karriere ist er als Co-Moderatur, Filmproduzent, Buchautor und Abenteurer. Seine Abenteuerlust veknüpft er seit 2005 auch mit Filmprojekten. Neben Überquerungen der Alpen oder des Atlasgebirges in Marokko mit dem Mountainbike und der Durchquerung des Westkaukasus zählt auch die Besteigung des höchsten Berges Europas, dem Mount Elbur mit 5.642 m.

Artic Ice | Albert Leichtfried | 16.11.2018

Man schafft alles, wenn man die richtige Einstellung hat. Ganz dieser Philosophie folgend, besteig Albert Leichtfried die eisige Norspitze Norwegens. Zusammen mit Benedikt Purner verbrachte er in den Lyngenalpen seine bisher intensivste, beeindruckendste und erfolgreichste Zeit beim Eisklettern. Auf 70° Nord gelegen, weit nördlich des Polarkreises gelingt den beiden Eisspezialisten eine schwierige Erstbegehung nach der anderen. Willensstärke und Mut sind für Klettertrips dieser Art unabdingbar. In seinem Multivisionsvortrag zeigt Albert Leichtfried den Umgang, die Hintergründe und Einzelheiten seiner Lebensweise, welche dieses Streben an oberster Stelle stellt. Diese Lebenseinstellung verschmilzt in seinem Leben von Aktivitäten in der Natur aber auch im Alltag.

Bilder von dem Fotografen klaus Kranebitter und Filmemacher Hannes Mair bieten eindrucksvolle Einblicke in völlig eisiges Ambiente und zeigen die unglaubliche Stimmung am Lyngenfjord.

Albert Leichtfried – Meteorologe, Bergführer und Extremkletterer – verbringt seine Freizeit am liebsten im Freien und befindet sich immer wieder auf der Suche nach unberührter Natur und einzigartigen Naturmomenten. Ihm gelangen zahlreiche schwierige Erstbegehungen in Fels und Eis. In der Kletterszene wird er als einer der besten Eiskletterer seiner Generation bezeichnet. Dies verdankt er einer Reihe von außergewöhnlichen Leistungen in den letzten Jahren.

STEIN ZEIT | Thomas Huber | 07.12.2018 (Zusatzvortrag)

Die Zeit im Stein … unterwegs im Fels sein, ist unvergesslich! Über Auf und Ab, Erfolg und Misserfolg, Leidenschaft, mut und Zweifel erzählt Bergführer und Autor Thomas Huber mit viel Humor in seinem Vortrag STEIN ZEIT. In der paradiesischen Schönheit der Berchtesgadener Berge klettert er eine spektakuläre Erstbegehung. Glücklich hier leben zu dürfen, erzählt er von seinem Leben „Dahoam“, zwischen Tradition und dem Stoner Rock seiner Band Plastic Surgery Disaster.

Aber auch die Berge, Menschen und Lebensarten ferner Orte interessieren Thomas Huber. Gemeinsam mit seinem Schweizer Team klettert er im Winter durch Metanoia an der Eiger Nordwand und später in elf Tagen durch die kalte Nordwestwand des Cerro Kishtwar im indischen Kashmir und hofft, wie so oft, im patagonischen Herbst auf gutes Wetter! All diese unvergesslichen Geschichten werden von dem Abenteuer am Latok 1 im pakistanischen Karakorum umrahmt. Bereits zwei Mal war Huber an diesem Berg unterwegs, musste die Expeditionen jedoch immer abbrechen. Gelingt ihm die Gipfelbesteigung in diesem Jahr?

Thomas Huber ist der ältere der beiden Huberbuam. Gemeinsam mit seinem Bruder Alexander ist er ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Ob Speed-Klettern an steilsten Wänden, Besteigen schwierigster Berge oder Expeditionen in extreme Regionen – er liebt den Nervenkitzel. Neben dem Bergsteigen begeistert Thomas Huber sein Publikum auf mit humorvollen und leidenschaftlichen Vorträgen.

Abenteuer in der Senkrechten | Heinz Zak | 11.01.2019

Von Berglandschaften bis hin zu den Künsten der besten Kletterern der Welt – Heinz Zak, ein Extremkletterer und leidenschaftlicher Fotograf, fängt sie alle an, die spektakulären Motive in schindelerregender Höhe. Einer der Abenteuerer, den er in jüngster Zeit mit seiner Kamera begleitet hat, ist der Tscheche Adam Ondra, der in den letzten Jahren zahlreiche Vorsteigskletter- und Boulderwettbewerbe gewonnen hat. In seinem Vortrag zeigt und Heinz Zak Bilder und Filme von dem jungen Kletterstar in Aktion. Das Publikum wird Adam Ondra bei der Begehung einiger der schwierigsten Routen weltweit bewundern können. Das Highlight wird jedoch seine Durchsteigung der Dawn Wall am El Capitan im Yosemite Valley sein, die als anspruchsvollste Mehrseillängenroute überhaupt gilt.

Bei dieser Reise in die Welt des Extremkletterns wird Heinz Zak auch von seinen jüngsten Erlebnissen mit Alexander Hunger und Fabian Buhl erzählen. Auch diese beiden Größen werden das Publikum in den Glauben versetzen, dass Belastungsgrenzen in diesem Sport keine Rolle zu spielen scheinen.

Das Klettern und Fotografieren begeisterte den Österreicher Heinz Zak schon früh. Durch spätere Reisen wurde daraus letztlich eine Berufung. Er übernahm den Stil des Freikletterns, den er im Yosemite Valley kennenlernte und beeinflusste damit die Art des Kletterns in seiner Heimar. Eine andere Entdeckung in den USA, die Slackline, ließ ihn in dieser Kunst zum Pionier in Europa werden. Zudem begann er schon damals Persönlichkeiten in der Kletterszene mit der Kamera zu dokumentieren und der Öffentlichkeit vorzustellen.

Dachstein | Bettina Haas und Nicolas Sinanis | 15.02.2019

Auf den Spuren von Bibelschmugglern und Gletscherforschern. Das majestätisch anmutende Dachsteingebirge und die unverwechselbare Kulisse des Gosaukamms haben nicht nur aus geologischer sondern auch aus geschichtlicher Sicht jede Menge zu bieten. Bekannt wurde der Dachstein durch seinen Erforscher Friedrich Simony, der Mitte des 18. Jahrhunderts das komplette Gebirge dokumentierte und später sogar fotografierte. Die Wege, auf welchen Simony bis Anfang des 19. Jahrhunderts wanderte, wurden bereits seit mehr als 300 Jahren als Handelsrouten von Salzhändlern und in der Reformationszeit gleichzeitig zum Bibelschmuggel genutzt.

Diese besondere Faszination, die Mythen und Geschichten rund um das Gebiet reizte auch die beiden Fotografen Bettina Haas und Nicolas Sinanis. In ihrem Vortrag laden die beide das gesamte Publikum ein, auf den Spuren von Salzhändlern, Bibelschmugglern und des Erforschers Friedrich Simony durch das Unesco Weltkulturerbe Dachstein-Salzkammergut. Schwerpunkt der aufwendig gestalteten Fotoshows ist es, die weniger bekannten landschaftlichen, geschichtlichen und kulturellen Seiten verschiedenster Bergregionen zu präsentieren.

Schon früh ziehte es Bettina Haas in die Berge. Gemeinsam mit Ihrem Vater startete sie ihre ersten Fotoversuche. Mittlerweile hat sich Haas auf Berg- und Naturfotografie spezialisiert. Seit 2014 arbeitet sie als Vortragsreferentin an verschiedenen Fotoprojekten. Nicki Sinanis begann 2001 sich für Fotografie und Bilderfotografie zu interessieren. Seit 2006 sind Bettina Haas und er regelmäßig in den Bergen unterwegs und präsentieren Ihre Naturaufnahmen in gemeinsamen Fotovorträgen.

7 x 8.000 | Alix von Melle und Luis Stitzinger | 15.03.2019

Gemeinsam als Ehepaar die höchsten Berge der Welt erklimmen. Mit der Besteigung des Manaslu können sich Alix von Melle und Luis Stitzinger über den siebten Erfolg an einem Achttausendergipfel freuen, und das ohne künstlichen Sauerstoff. In ihrem Vortrag entführen die beiden das Publikum in die Welt des Extrembergsteigens, die besondere Herausforderungen mit sich bringen. Nicht nur bedarf es an eigener körperlicher Fitness und einer guten Bergausrüstung – auch das Wetter muss zum Gipfelglück mitspielen.

Alix von Melle und Luis Stitzinger sind seit Jahren im Expeditionsbergsteigen als Paar aktiv. Gemeinsam haben sie schon viele Gipfelerfolge gefeiert. Die Diplom-Geographin Alix von Melle ist mit sieben bestiegenen Achttausendern derzeit die erfolgreichste Höhenbesteigerin in Deutschland. Luis Stitzinger arbeitet als Bergführer und Expeditionsleiter. Er zählt mit seinen Skibefahrungen an mehreren Achttausendern zu den erfolgreichsten „Big Mountain Skiers“ der Szene.

Die Entstehung der Alpen | Ludger Feldmann | 12.04.2019

Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie die einzigartigen Gebirgsformen der Alpen entstanden sind oder wie das Gestein heißt, worauf man gerade wandert – dem sei der Vortrag von Ludger Feldmann ans Herz gelegt. Als Geologe kennt Ludger Feldmann die Antworten auf all diese Fragen, auf abwechslungsreiche und lockere Art und Weise. Anhand zahlreicher Fotos und Schaubilder, die er als Landschaftszeichner teilweise eigenhändig anfertigt, wird er die Entwicklung der Alpen bis zu ihrer gegenwärtigen Gestalt leichtverständlich darstellen.

In seinem Vortrag zeigt er unter anderem auf, welche der gigantischen Bergspitzen im Zeitalter des Jurs bis zur Kreidezeit im Meer versunken waren und sich erst durch die tektonischen Kräfte den Meeresboden über Jahrmillionen hinweg aufgefaltet haben. Gletscher haben das hochgebirge so geformt und geschliffen, wie wir es heute kennen. Ludger macht seinem Publikum bewusst, dass die Alpen das Ergebnis von Millionen von Jahren andauernder Naturgewalten und Witterungseinflüssen sind. Und genau dieses Ergebnis, die Alpen in all ihrer Vielfältigkeit der Gesteine und in der Natur, löst heute unendliche Faszination aus.

Dr. Ludger Feldmann ist Geologe und freiberuflicher Studienreiseleiter. Nach dem Studium der Geographie, Geologie und Sozialwissenschaften promovierte er über die Vergletscherung im nördlichen Alpenvorland. Später habilitierte er sich mit einer Arbeit über die nordische Vereisung. Die Alpen aus geologischer Sicht kennt er von vielen Exkursionen. Durch die jahrelange Arbeit als Studienreiseleiter kennt er auch das Bedürfnis seines Publikums, das Phänomen „Alpen“ verständlich darzustellen.

Veranstaltungsort

Alle Vorträge der Veranstaltungsreihe AlpinVisionen 2018.2019 finden im Barbara-von-Sell-Kolleg in Köln-Nippes statt. Jeweils vor und nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, sich bei frischen Getränken und Snacks mit den mitgliedern des Kölner Alpenvereins und den Referenten auszutauschen.

Ticketinformation

Karten für die Vorträge sind im Online-Kartenvorverkauf, bei GRENZGANG sowie an der Abendkasse ab 19:00 Uhr erhältlich.

Weitere Informationen rund um die AlpinVisionen 2018.2019 finden Sie im Veranstaltungsflyer (PDF 4MB) und auf der offiziellen Webseite des Kölner Alpenvereins.