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10 Tipps: so wird Wildcamping zum Top-Erlebnis

Sind Sie bereit für den nächsten Schritt? Wildcamping. Noch mehr Natur, noch freier, noch befriedigender. Zumindest wenn Sie ein paar Dinge beachten. Hier sind 10 wichtige Tipps für eine unvergessliche Zeit im Outback – für Sie und die Camper nach Ihnen 🏕️😎.

 

In einem kleinen Topf sein Abendessen zuzubereiten, kann am Ende eines langen Wandertags Glückseligkeit bedeuten. Ganz zu schweigen vom Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung oder dem Aufwachen mit frischer Bergluft und einer Tasse frischgebrühtem Kaffee. Wir haben 10 Tipps, mit denen ihr Wildcamping-Abenteuer zum ultimativen, sicheren und umweltfreundlichen Erlebnis wird:

1. Prüfen, prüfen, nochmals prüfen: Wo dürfen Sie Ihr Zelt aufbauen?

Die Regeln fürs wilde Zelten sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. In Deutschland können Sie Ihr Zelt nicht einfach in der freien Natur aufbauen. In den Alpenländern darf man oft „biwakieren“, d.h. man bleibt maximal eine Nacht und hat am nächsten Tag vor einer bestimmten Zeit alle Sachen gepackt.

 

Ideale Voraussetzungen fürs Wildcampen findet man in Skandinavien, wo das Jedermannsrecht gilt. An vielen Orten kann man dort einfach sein Zelt aufschlagen. Auch Schottland ist recht liberal, was das freie Zelten angeht, in Amerika sieht die Welt wieder anders aus. Also: Informieren Sie sich im Voraus über die Regeln Ihres Reiseziels zum Wildcampen.

2. Nah am Wasser bauen

Verteilen Sie ihr Wasser für unterwegs auf mehrere kleine leichte Trinkflaschen. Idealerweise suchen Sie sich einen Stellplatz in der Nähe einer Wasserquelle wie einem Bach oder einem See. Wenn Sie Glück haben, landen Sie an einem eiskalten, klaren Gebirgsfluss, der direkt von der Quelle an Ihrem Standort vorbeifließt. In diesem Fall ist das Wasser wahrscheinlich gut trinkbar, wir empfehlen aber trotzdem, Wasser aus einer natürlichen Quelle immer zu filtern. Hier gibt es Wasserfilter in allen Arten und Größen.

3. Obacht beim „perfekten“ Stellplatz

Die Zeit ist gekommen: Sie sind für heute genug gelaufen und entdecken den perfekten wilden Campingplatz! Doch Vorsicht mit Perfektion in diesem Zusammenhang. Wenn ein potenzieller wilder Campingplatz wie gemalt aussieht, können Sie sich darauf verlassen, dass Sie nicht der einzige sind, der diesen idyllischen Ort findet.

 

Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Stellplatz genauer unter die Lupe zu nehmen. Stehen Sie nicht versehentlich im riesigen Garten eines Privathauses? Sehen Sie sich die Spuren menschlicher Aktivitäten kritisch an: Fuß- oder Reifenspuren, abgeflachte Grasstücke. Auf diese Weise können Sie abschätzen, wie viele Personen normalerweise vorbeikommen. 

 

Trekkingplätze

Wildcamping "light" in Deutschland

Wildes Campen ist in Deutschland verboten. Jedoch hat die große Sehnsucht nach absoluter Naturnähe in der Bevölkerung in vielen Bundesländern zum Umdenken geführt. Und sogenannte Trekkingplätze hervorgebracht: ausgewiesene Plätze in der Wildnis, in der Regel nur über Wanderwege erreichbar, auf denen nur wenige Zelte Platz finden. Wer in Deutschland ein „Wildcamping“-ähnliches Erlebnis sucht, findet auf Trekkingplätzen sein Glück.

 

Hier eine Auswahl von Trekkingplätzen in Deutschland:

4. Wählen Sie eine ebene Fläche

Wir können es nicht oft und deutlich genug betonen: stellen Sie Ihr Zelt auf eine ebene Fläche! Es gibt immer noch viele Camping-Neulinge, die zwar auf Vieles achten, aber nicht auf die Ebenerdigkeit ihrer Stellfläche. Das Ergebnis: das Blut strömt Richtung Kopf oder sie wachen neben ihrer Schlafmatte auf dem kalten Boden auf, weil sie unbemerkt wegrollen. Es lohnt sich wirklich, hierfür einen Moment zu investieren.

5. Ein Feuer nur dann, wenn es mit Sicherheit erlaubt ist

Holzfeuer ist untrennbar mit dem abenteuerlichen Campinggefühl verbunden. Es ist jedoch nicht überall erlaubt. In keinem Fall können Sie irgendwo einfach ein Feuer anzünden. Selbst wenn Sie Spuren eines Feuers finden, bedeutet dies nicht automatisch, dass es an diesem Ort wirklich erlaubt ist.

 

Am besten suchen Sie nach Plätzen, die nach legalen Feuerstellen aussehen. Ziegelkreise, Feuerringe oder ähnliches. Wenn Sie nichts derartiges finden, können Sie davon ausgehen, dass ein offenes Feuer nicht zulässig ist. Sobald Sie (legal) losbrennen, verwenden Sie nur totes Holz und halten Sie Ihr Feuer klein und geschützt. Wenn Sie auf einer Gasflasche kochen, achten Sie darauf, dass Sie die Erde darunter nicht anbrennt.

6. Lernen, die Natur zu lesen

Die Natur hat Ihnen viel darüber zu erzählen, was um Sie herum passiert - oder was gleich passieren wird. Fliegen Vögel tief, kommen immer mehr Mücken und Fliegen und fällt der Rauch von Ihrem Lagerfeuer gerade? Gute Chancen, dass Regen kommt. Lernen Sie die Signale von Mutter Natur kennen und Sie können viele unglückliche Situationen leichter abwenden – oder so schnell wie möglich bewältigen!

7. Waschen Sie niemals mit Seife in einer natürlichen Wasserquelle

Einer der häufigsten Fehler in der Wildnis ist das Waschen mit Seife in einer natürlichen Wasserquelle. Dies ist ein No-Go, auch bei Verwendung von biologisch abbaubarer Seife. Wenn Sie Ihre Pfanne in einem kleinen See selbst mit der geringsten Menge Seife waschen, kann sich diese Seife mehrere Dutzend Meter im Wasser verbreiten. Auch wenn es so scheint, als würde ein Fluss- oder Bachlauf ihre Seife wegspülen, handelt es sich immer noch um Umweltverschmutzung. Lassen Sie es sein.

 

Wie soll man dann waschen? Ganz einfach: nehmen Sie einen mit Wasser gefüllten Falteimer, in dem Sie Ihr Geschirr waschen (ohne Seife). Entleeren Sie das Wasser anschließend landeinwärts, mindestens 60 Meter von der natürlichen Wasserquelle entfernt.

8. Hinterlassen Sie keine Spuren – bzw. vergraben Sie sie

Wir gehen nicht davon aus, dass Sie der Typ sind, der Bierbecher oder Plastikfolie in der Natur zurücklässt. Aber wie steht’s mit Pfirsichkern oder Bananenschale? Beachten Sie, dass Sie auch biologisch abbaubare Rückstände beseitigen müssen. Es kann zwei Jahre dauern, bis sich eine Bananenschale vollständig zersetzt.

 

Und ja, verlassen Sie sich nicht auf eine gepflegte Sanitäranlage in der Wildnis. Um Ihre Bedürfnisse zu erledigen, graben Sie ein etwa 15 Zentimeter tiefes und ebenso breites Loch im Boden, vorzugsweise etwa 60 Meter von einer Wasserquelle entfernt. Nach dem Gebrauch und vor dem Verlassen gut mit Stöcken und Blättern abdecken und weiter geht's – mit sauberem Gewissen.

9. Seien Sie abenteuerlustig (sprich: flexibel)

Eine kleine Randnotiz noch: wildes Zelten ist nicht immer toll. Sie werden Rückschläge erleben, wenn Sie in einem winzigen Zelt übernachten, in dem Sie einfach und fast jeden Tag das gleiche essen. Oft bringt der Tag nicht das, was Sie sich erhofft oder geplant hatten. Das Wetter ist schlecht, kein guter Schlafplatz in Sicht.

 

Die beste Methode, um sich gegen Enttäuschungen zu wappnen, ist, die Erwartungshaltung runterzuschrauben. Sie können beim Wildcampen nicht genau planen, wie Ihre Reise verlaufen wird. Genau das ist ja auch der Reiz der Sache. Fokussieren Sie sich auf die positiven Dinge: die großartigen Orte, an denen Sie landen, und die kleinen Momente des Glücks, in denen Ihnen die Natur den Atem raubt. 

10. Sparen Sie Gewicht

Vielleicht trivial, aber: gute Produkte machen Ihre Reise wirklich viel angenehmer. Für ein optimales Wildcamping-Erlebnis sind ein gutes Zelt, eine Matte und ein Schlafsack unerlässlich. Denken Sie daran, dass Sie alles selbst tragen werden, und ziehen Sie dann leichte Varianten Ihrer Campingausrüstung in Betracht. Sie kosten oft etwas mehr Geld, aber wenn Sie vorhaben, öfter nur mit einem Rucksack in die Wildnis aufzubrechen, ist dies die Investition wert. Beim Packen Ihrer Sachen gilt: jedes Kilo zählt, aber versuchen Sie, 15 Kilo Gepäck nicht zu überschreiten.